Wachsenlassen sucht eine/n Öko-Bundesfreiwillige/n

 

Für unseren Gemeinschaftsgarten und die Grüne Bibliothek in Berlin Tiergarten suchen wir ab sofort eine_n Bundesfreiwillige/n mit ökologischem Schwerpunkt.

Aufgabenbereiche:

  • aktive Unterstützung bei der Umsetzung des Aufbaus eines Permakulturgartens
  • Workshops und Veranstaltungen im Bereich Permakultur planen, ausführen
  • Vernetzung mit anderen Aktiven im Bereich Permakultur
  • Mitarbeit bei der Öffentlichkeitsarbeit
  • Mitarbeit bei organisatorischen Aufgaben, Dokumentation
  • Gärtnern mit Kindergartenkindern
  • tägliche Gartenarbeit bei Wind und Wetter; Gartenpflege
  • körperliche Arbeit, handwerkliche Arbeiten
  • Teilnahme an der Pflanzplanung, Vor-Anzucht und Ernte der Gemüse und Kräuter
  • Weiterverarbeitung von Kräutern (z.B. Tee, Kräutersalz, Pesto)
  • Saatgut ernten
  • Assistenz bei der Pflege der LeihSämerei in der Bibbliothek

 

Wünschenswert sind Erfahrungen bei der Gestaltung eines Gartens nach dem Konzept der Permakultur. Ein starkes Interesse daran ist unumgänglich, da wir die Idee der Permakultur an unserem Standort zukünftig verstärkt umsetzen und verbreiten möchten und selber über so gut wie keine praktischen Erfahrungen in diesem Bereich verfügen. Wir suchen eine eigenständige und engagierte Person, die gerne mit anderen im Team arbeitet, selber strukturieren und organisieren kann und uns beim Beschreiten und Ausprobieren von neuen Wegen unterstützt. Eigene Projekte können gerne ausprobiert und durchgeführt werden.

Weitere Informationen und Anmeldung unter:

http://www.stiftung-naturschutz.de/freiwilligendienste/oebfd/einsatzstelle-einzeln/?id=890


Saatguttauschbörse im Theater am Rand am 19.3.2017 um 12.00 Uhr

Saatguttauschbörse mit Film und Vortrag

Sonntag, 19. März ab 12:00 Uhr

im Theater am Rand / Oderbruch
http://www.theateramrand.de/spielplan/spielplan.php?month=3

Saatgut der Lieblingssorten teilen – Erfahrungen austauschen – Vielfalt und Saatgutsouveränität erhalten.

Die Saatgutbörse gehört schon zur Frühjahrstradition des Theaters: Auch in diesem Jahr laden wir daher wieder herzlich zum Saatguttausch ein!
Strikte EU-Bestimmungen drängen den Saatgutverkehr in immer engere und teurere Bahnen, sodass vor allem Kleinbauern und mittelständische Landwirte kaum noch die Möglichkeit haben, selbstbestimmt mit ihrer eigenen Saat- und Sortentradition umzugehen. Stattdessen dominieren
globalisierte Massenkonzerne das Feld und setzen bewusst Monopolisierungsmechanismen ein, um die natürliche Vielfalt in eine gezüchtete Einfalt zu verwandeln. Die alten, robusten Landsorten werden von global entwickelten und meist Hybrid-Sorten verdrängt.
Nur der lebendige Austausch von Wissen und Saatgut kann diesem Prozess etwas entgegensetzen. Wenn wir eigenes Saatgut tauschen, machen wir uns von dieser Entwicklung unabhängig.
Ein Vortrag von Ute Boeckholt gibt einen Einblick in die Kulturgeschichte der Gemüse-sorten und aktuelle rechtliche Probleme bei der Neuzüchtung samenfester Sorten bzw. der Erhaltungszüchtung.

Eine Einführung in die Saatgutgewinnung soll Lust machen, selbst mit der Vermehrung eigener Lieblingssorten zu beginnen.
Der Film „Code of Survival oder Die Geschichte vom Ende der Gentechnik“zeigt Beispiele über die heilende Kraft der biologischen Landwirtschaft.


Gärtnern ohne Torf

Der Frühling naht, die Gärtner_in kann ihn schon riechen und endlich wird es Zeit, erste Blumen- und Gemüsepflanzen auszusäen, Balkone, Terassen und Fensterbretter mit  grün-bunten Frühlingsboten zu beglücken.

Meine Bitte wie in jedem Jahr:

Bitte benutzt keine torfhaltige Erde!

Torfhaltige Erde ist ein großer Klimakiller.
Moore schützen das Klima: Im Boden ist die größte Menge an Kohlenstoff gespeichert, 1600 Gigatonnen.
In den Mooren, die nicht einmal 5 % der Erdoberfläche ausmachen, ist der allergrößte Teil des Kohlestoffs gespeichert. Moore können der Atmosphäre permanent CO2 entziehen, in Deutschland 200 000 Tonnen pro Jahr.
Wenn die Moore trocken gelegt sind, tritt der umgekehrte Effekt ein, der gespeicherte Kohlenstoff wird freigelegt.

Achtung: Manche Erden mit einem Torfgehalt von 30-50% Torf dürfen Bio-Erde genannt werden, bei Aussaaterde sogar bis zu 70%!

141112-nabu-torffreie-blumenerde-helge-may2

Mittlerweile findet sich in jedem gut sortierten Baumarkt auch ein Angebot an torffreien Erden.
Und ja, die Erde ist um einiges teurer als die herkömmlichen Angebote, aber: wie oft braucht man neue Blumenerde und wenn ja, wieviel?

Und vielleicht finden sich andere Möglichkeiten, seine eigene Erde herzustellen, vielleicht sogar einen eigenen Kompost  – immer noch das Gold der Gärtner_in – auf dem Balkon?

Weitere Informationen zum Thema unter:  Gärtnern ohne Torf 


Aufruf zur 7. Wir haben es satt!-Demo

whes2017_banner_300x250_truthahnwhes2017_banner_300x250_tomate

 

Weitere Informationen unter: www.wir-haben-es-satt.de


Saatgut-Nachmittag in der Grünen Bibliothek

ernte1-16

Am 29.10. 2016 trafen sich Interessierte zum Saatgutreinigen und zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch im Projektraum der Grünen Bibliothek.

Aus unserem Gemeinschaftsgarten wachsenlassen kamen in diesem Jahr nur einige Kräuter- und Zierpflanzensamen, um so schöner, dass einige Teilnehmer Saatgut aus eigenen Gärten in und um Berlin mitbrachten.

Wir kamen bald auf die Frage, warum Saatgut überhaupt gereinigt wird?
Es spricht einiges dafür:
Möchte man eine größere Samen-Sammlung zuverlässig aufbewahren, ist es ratsam, den Samen von allen Pflanzenresten zu trennen, denn diese könnten Verunreinigungen in Form von Viren, Pilzen, oder auch kleinste Schadorganismen enthalten.
Im Handel spielt zudem das sogenannte 1000-Korngewicht eine Rolle, um genaue Mengenangaben machen zu können.
Zudem kann man mit  reinem Saatgut natürlich weit präziser aussäen, was im Produktionsgartenbau eine große Rolle spielt.

Daraus folgt aber auch, dass das Reinigen von Saatgut für den Hausgebrauch nicht unbedingt nötig ist, besonders, wenn es nur über die Wintersaison gebracht weden soll und die Aussaat nicht punktgenau erfolgen muss.

Es ist jedoch – meist – ein richtiges Vergnügen, sich damit zu beschäftigen (alleine und mehr noch in Gesellschaft),es ist anregend, aber auch meditativ.
Man lernt nebenbei viel über die Pflanzenphysiologie/Botanik und den eigenen, oft unscharfen, Blick (weshalb wir uns ab und zu mit einer Lupe beholfen haben.)

sw16-1

Im Gegensatz zum letzten Jahr haben wir diesmal rein zufällig nur Stauden- und Kräutersamen bearbeitet:
Aus der gemeinnützigen Gemeinschaft Eden bei Oranienburg (www.eden-eg.de)  wurden zum Beispiel Seltenheiten wie die sehr kleinblütige Tagetes multiflora (aus Lateinamerika) ,

Перу и Боливия - 3 в 1 (Март 2014)
Bild: http://forum.awd.ru/viewtopic.php?f=462&t=223221&start=140

Lein/Flachs, Ringelblumen, eine aufregende Mischung verschiedener Kapuzinerkressen, Kalifornischer Goldmohn und andere für die LeihSämerei mitgebracht.

Die Tageteshüllen liessen sich nur durch zartes Reiben zwischen den Handflächen öffnen. Mit Glück konnte man die Samen dann durch Zwirbeln zwischen den Fingern herausfallen lassen, sonst müssen sie recht arbeitsintensiv herausgezupft werden.

ernte16-3Unsere Siebe können übrigens ausgeliehen werden! Kontakt: wachsenlassen@web.de

Der Lein – Linum usitatissimum ist noch genaus so hart wie im letzten Jahr:
Er wurde von uns zunächst im Leinenbeutel : ) gedroschen, dann durch verschiedene Siebe gerieben, zuletzt noch durch Pusten, bzw mit dem Wurfsieb von den letzten Hüllen getrennt.

ernte16-2
Aus einem Kleingarten nähe Südkreuz wurde unter anderem einjähriger Schopfsalbei – Salvia viridis (ssp. horminum)

salvia viridis
Bild: salbei-pflege.de/zierpflanze/salvia-viridis/

– aus der riesengroßen Salvia-Familie – gespendet. Dieser Salbei prunkt mit bunten Hochblättern, die Blüten sitzen unscheinbar quirlig am Stengel.
Er gab seine Samen auch nicht ohne weiteres her:
Zunächst wurden die Früchte von den kräftigen Stielen getrennt, doch die vielen Teilkapseln öffnet man nur durch kräftiges Walken im Leinsack und anschliessendes Reiben über den Boden eines Siebes. Durch Wegpusten der letzten Hüllreste erhält man schlussendlich das einigermaßen gereinigte Saatgut.

ernte16-5

ernte16-4

Vom sehr informativen und anregenden Saatgut-Samstag am 15.10.2016 im Prinzessinengarten hatten wir
den wunderhübschen Mais ‚Black cuties’ ,
Zitronen-Katzenminze – Nepeta cataria var. citriodora,
und die Prunkwinde – Ipomea tricolor,
sowie von den Schönfärberinnen aus dem Färbergarten des Allmende-Kontors:
Färberwaid – Isatis tinctoria (aus Asien stammend, aber seit vielen Jahrhunderten das europäische Indigo),
Färber-Wau – Reseda luteola (uralte europäische Pflanze zum Gelb-Färben),
Carthamus tinctorius – die Färberdistel oder auch Saflor
und Chenopodium podagraria – den guten Heinrich (vom Aussterben bedroht)
mitgebracht.

Die Schötchen des Färberwaid öffnen sich nicht leicht, sie können jedoch im Ganzen ausgesät werden. Schneller geht es mit folgender Methode:
http://www.dyeplants.de/waidanbau.html

Nur unsere Herbstanemonensamen, Anemone hupehensis – werden nicht gereinigt.
Die klitzekleinen Samen sind fest mit den weissen, weichen, wattigen Fasern verbunden und werden in diesem Zustand in die Erde gelegt.

Hier eine kleine Anleitung, obwohl Anemonen weit einfacher über Ableger vermehrt werden:
Die Watte auseinanderziehen, in einen Topf oder auf die Gartenerde legen und angießen, damit das Ganze nicht wegfliegt.
Über Winter draussen lassen.
Vor starker Sonne und Trockenheit geschützt, bilden sich aus dem Samen im Frühjahr zarte Keimlinge, die zu Jungpflanzen heranwachsen.
Diese Pflanzen können sich sehr von der Ursprungspflanze unterscheiden.
Die kleinen Herbstanemonen sollten das erste Jahr nach Möglichkeit frostgeschützt überwintern.
Immerhin ein interessantes Experiment!

Beim Einsortieren der Samen in die Saatgutbibliothek wurde klar, dass man eigentlich nicht genug Informationen zu den Pflanzen haben kann – aber leider selten hat…
Einfach aus dem Grunde, weil wir schon beim Aussäen unser Augenmerk häufig direkt auf die Praxis von Hege, Pflege, Ernte richten.

So fällt die Archivierung der Samentüten häufig aus und man vergisst, danach zu schauen, ob das reale Pflanzenwesen auch die angekündigte Eigenschaften zeigt – oder andere. : )
Und im Rückblick ist es dann oft schwer, die spezifischen Eigenschaften noch zu beschreiben…

Deshalb an dieser Stelle noch einmal die Bitte an alle, Informationen zu den Pflanzen aufzuheben/zu sammeln und bei Spenden eben nicht nur das Saatgut, sondern auch die dazugehörigen Informationen großzügig ; ) weiter zu geben.

Was zu bedenken ist:
Saatgut verliert nach und nach seine Keimfähigkeit!

Viele Zwiebelgewächse, Lauch/Poree, Knoblauch, Schnittlauch, sowie Pastinake und Schwarzwurzel, verliern ihre Keimkraft beispielsweise oft schon nach wenigen Monaten, und sollten daher besser eingefroren aufbewahrt werden.
Auch Mais, Sellerie, Spinat, Fenchel und Möhren sollten nicht länger als
2-3 Jahre in unserer Leihsämerei auf Gärtner warten müssen.
Daher ist die diese auf einen lebhaften Leih-und-Rückgabe- Zyklus angewiesen, um sich ‚jung zu halten’ beziehungsweise das angebotene Saatgut durch Anbau immer wieder zu verjüngen.

Bitte seid neugierig, kommt, leiht, baut an, erntet und spendet!

DANKE!

Julia Westheimer und die LeihSämerei der Grünen Bibliothek der Nachbarschaft,
Lützowstr. 27, 10785 Berlin

ernte16-6

 

quer-farbig


Saatgut tauschen und reinigen am 29. Oktober

saatgutworkshop29-10-16

Wir freuen uns jederzeit über mitgebrachtes Saatgut für unsere LeihSämerei!

Der Flyer zur Veranstaltung als pdf: flyer-ls29-10-16

 


Tagesseminar Gemüse- und Kräutervielfalt

Gemüse und Kräutervielfalt – entdecken und erhalten

Einführung in die Saatgutgewinnung im eigenen Garten

 Tagesseminar für Einsteiger

Wann:   Samstag 17.09.2016, 10:30 Uhr – 15:00 Uhr

Unkostenbeitrag: 25 €,  Anmeldung bei Ute Boekholt unter 0157/84496984, boekholt.ute@web.de

anschließend „Offener Gartensalon“

zum Nachfragen, Besprechen, Fachsimpeln…mit Essen u. Trinken, nicht nur für Seminarteilnehmer/innen

Wo:  Gemeindehaus Alt-Rosenthal, Bahnhoftr. 3/
Saatgut-Permakulturgarten Alt-Rosenthal

Bahnhofstr. 2

15306 Alt-Rosenthal

Dieses Anfängerseminar vermittelt Grundkenntnisse zur Gewinnung von Saatgut Ihrer Lieblings Gemüse-und Kräutersorten, es eröffnet ein neues, interessantes Spektrum des Gärtnerns und macht unabhängig vom Samentütchen-Angebot des Handels.

Seit ca.8 Jahren baue ich in meiner kleinen Gärtnerei (zwischen Oderbruch und Märkischer Schweiz)  Gemüse, Kräuter und Nutzpflanzen nach Permakulturprinzipien an, um Saatgut zu gewinnen und diese Sorten zu erhalten. Dabei lege ich Wert auf alte, robuste und natürlich schmackhafte Sorten, alle „Gemüse“ werden ausschließlich im Freiland vermehrt..

Meine dabei gewonnenen Erfahrungen und mein Wissen möchte ich an Sie weitergeben.

Ich bin Netzwerkpartner vom VERN e.V. und mein Betrieb ist Öko-zertifiziert. Unter SAMENBAU-NORDOST, ein Zusammenschluß von mittlerweile 5 Gärtnereien, vertreibe ich das Saatgut im Internet.

Tagesablauf

10:30 – 12:15    Eine theoretische Einführung: Wie entstanden unsere Gemüsearten überhaupt?
Was sind samenfeste Sorten- was Hybride?
Welche Gemüse/Kräuterarten kann ich einfach vermehren – Warum und Wie
12:15 – 12:30 Pausenimbiß und Erfahrungsaustausch
12:30 – 15:00 Praktische Beispiele im Garten, kleine Bestäubungsbiologie,
15:00 – 18:00 „Gartensalon“  Vielfaltsküche
Erfahrungsaustausch, Beantwortung von Fragen, Fachsimpeln, evt.Gartenführung

Offen für weiteres Publikum

Anreise: per Bahn, mit der Regionalbahn Berlin/Lichtenberg-Kostryn, hält alle 2 Stunden (10:29 Uhr, 13:00 Uhr…..) in Alt-Rosenthal, 1min vom Veranstaltungsort.
Mit dem Auto: die B1 bis Worin, bzw. von Seelow kommend bis Diedersdorf, Görlsdorf durchfahren, Wegweiser Alt-Rosenthal, Parkplatz am Bahnhof

Informationen als pdf: Tagesseminar_Gemüse und Kräutervielfalt_UB-1